Bendingbostel

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Das Dorf Bendingbostel ist neben Kirchlinteln ein zweiter Mittelpunkt der Kirchengemeinde Kirchlinteln. Das dokumentiert auch die 1965 erbaute Mittelpunktschule in Bendingbostel. Der Ort wird 1320 erstmals urkundlich erwähnt. Er heißt damals „Beninge Borstellde“. Daraus wurde später Bennen-Borstel, bis sich der heutige Name bildete. Das Dorf hat früher einmal aus acht größeren Höfen bestanden. Durch Teilung und Verkauf entstanden neue Betriebe. Zur Zeit der Verkopplung im Jahre 1859 gab es in Bendingbostel sechs Pflugkötner, zwei Handkötner, einen Neubauern und sechs Anbauern. Hier ein paar Zahlen aus alten Schriften:

  • 1647: 9 Meier;
  • 1700: 8 Pflugkötner (davon 2 Stellen wüst), 2 Brinkkötner;
  • 1745: 6 Pflugkötner, 2 Handkötner;
  • um 1540: 10 Feuerstellen;
  • 1600: 11 Feuerstellen;
  • 1821: 20 Feuerstellen mit 115 Einwohnern;
  • 1848: 23 Wohngebäude mit 137 Einwohnern.

Nach dem Bau der Eisenbahnstrecke Uelzen-Langwedel im Jahre 1873 wuchs der Ort Bendingbostel. Handwerksbetriebe und mehrere Eisenbahnerfamilien siedelten sich an. Viele Bürger werden heute sicherlich nicht verstehen, dass man den Bahnhof soweit vom Ort weg gebaut hat. Wie in anderen Orten z. B. in Kirchlinteln; hat man wohl Angst gehabt, den Bahnhof im Orte zu haben. Die fremden Leute wollte man nicht gleich im Dorf haben. Die Eisenbahnstrecke entwickelte sich bald zu einer wichtigen Verkehrsader. Es war die schnellste und kürzeste Verbindung zwischen Berlin und der Nordsee. Deshalb wurde 1906/07 schon das zweite Gleis gebaut. Auch für den Ort zeigte sich bald eine positive Entwicklung. Handel und Wandel nahmen zu. Die Landwirtschaft wurde mit Kunstdünger beliefert. Heide- und Ödlandflächen konnten umgebrochen und in fruchtbares Land verwandelt werden. Bis dahin haben die Bauern bis zu 600 Schafe gehalten. Um die Jahrhundertwende gab es in Bendingbostel 25 Häuser, 1914 waren es schon 40 und im Jahre 1939 registrierte man 50 Hausnummern.

Ein schwarzer Tag in der Geschichte des Dorfes war der 16. April 1945. Wegen einer sinnlos befohlenen Verteidigung wurde der Vormarsch der englischen Truppen gestört. Durch Panzer- und Artilleriebeschuss gingen nicht weniger als 18 Wohngebäude und 25 Wirtschaftsgebäude in Flammen auf. 15 meist sehr junge Soldaten mußten dabei ihr Leben lassen. Sie wurden auf dem Friedhof in Bendingbostel beigesetzt. Später wurden hierher auch die vielen in den umliegenden Dörfern gefallenen Soldaten umgebettet. Alle zerstörten Gebäude konnten mit Hilfe und Unterstützung der Nichtgeschädigten, auch aus den Nachbargemeinden, wieder aufgebaut werden. In den Nachkriegsjahren entstanden außerdem noch 14 Neubauten, die hauptsächlich von den Heimatvertriebenen errichtet wurden. Die wirtschaftliche Entwicklung hat in den letzten Jahren einen großen Aufschwung genommen. Dazu beigetragen hat auch die Gärtnersiedlung in Bendingbostel, die den Ort weithin bekannt gemacht hat. In großen Gewächshäusern werden hier die verschiedensten Arten von Topfblumen gezogen. Zur Zeit haben es die Gärtner besonders schwer wegen der enorm hohen Energiekosten. Etwa 50.000 qm sind unter Glas und müssen beheizt werden.

Im landschaftlich schön gelegenen Wochenendgebiet in der Tütsheide wurden im Laufe der Zeit mehrere schöne Bauten errichtet. Mit diesen Häusern zählt Bendingbostel heute fast 200 Hausnummern und 576 Einwohner.
Quelle: Günter Lühning und Hermann Meisloh – Kirchlinteln mit seinen 17 Ortsteilen (1983)