Brunsbrock

Google Maps


Zur ehemaligen Gemeinde Brunsbrock gehörten fünf Ortsteile: Brunsbrock, Klein-Linteln, Huxhall, Schmomühlen und Kohlenförde. Brunsbrock wird im Jahre 1512 zum erstenmal urkundlich erwähnt, damals als „Braunsbruch“. Brunsbrock soll in alten Zeiten einem Edelmann mit Namen Bruno von Brock gehört haben. Da er keine leiblichen Erben hatte, teilte er sein Gut an seine Knechte und Diener auf: „Du, Thees, bekummst all dat Land, wat rechter Hand liggt. Du, Klaas, schast dat Land inne Midde hebben und Du, Harm, bekummst dat Land linker Hand“. Auch heute noch haben die drei Höfe, die gegenüber dem Kirchplatz liegen, diese Hofnamen. Dies ist wohl der eigentliche Kern der alten Ortschaft. Der „Theeshof“ wird von Papenhausen, „Klaashof“ seit 1788 von Badenhoop und „Harmshof“ seit 1728 von Rosebrock bewirtschaftet. Die drei Höfe waren gutsherrnfreie Höfe. Auch das deutet auf einen alten Adelssitz hin.

Zwei Bürgermeister haben in der Gemeinde Brunsbrock besonders lange gewirkt und zwar von 1889 bis 1914 Heinrich Köster aus Kohlenförde und von 1924 bis 1950 Hinrich Badenhoop aus Brunsbrock. Bei den Kampfhandlungen zum Kriegsende im April 1945 wurde auch Brunsbrock nicht verschont. So gab es Tote und Verwundete. Abgebrannt und stark beschädigt wurden die Häuser von Winkelmann, Klein-Linteln, und Müller und Rosebrock, Brunsbrock. Ab 1870 veränderte sich die Berufsstruktur der Gemeinde Brunsbrock nach dem Bau der Eisenbahnstrecke Langwedel-Uelzen. Viele Eisenbahner siedelten sich an. Wie seit Generationen, so spielt die Landwirtschaft auch heute noch eine wichtige Rolle. Daneben gibt es heute viele Handwerksbetriebe. In die Gemeinde Brunsbrock sind viele Bewohner zugezogen, die außerhalb ihres Ortes ihrem Beruf nachgehen. Schöne Gaststätten und Einzelhandelsgeschäfte runden das Bild von Brunsbrock ab zu einem interessanten Gemeinwesen. Der ehemalige Landrat von Verden, Dr. Seifert, hat einmal gesagt, dass die Gegend um Brunsbrock eine Kornkammer des Kreises Verden sei, auf welche er sich auch in Krisenzeiten immer verlassen könne. Das hat auch heute noch seine Gültigkeit. Der erste Lehrer in Brunsbrock trat 1850 seinen Dienst an. Am 13. Oktober 1850 Wurde das erste Schulhaus von Pastor Tewes aus Kirchlinteln eingeweiht, erbaut wurde es vom Zimmermeister Dreyer aus Huxhall für 570 Thaler. In Klein-Linteln gab es damals bereits eine Schule. Jedenfalls nennt die Schulchronik von Brunsbrock als Lehrer in Klein-Linteln einen ]ohann Hinrich Hesse.

Die St.-Matthäus-Kirchengemeinde Brunsbrock besteht seit 1879. Damals entstanden viele Freikirchen. Es war die Zeit der Erweckungsbewegung um Pastor L. Harms aus Hermannsburg. Viele Gemeindeglieder aus Brunsbrock haben zuerst Gottesdienste in Hermannsburg besucht. In Brunsbrock wurden die ersten Gottesdienste in einem Betsaal bei Badenhoop gehalten. Die Kirche konnte 1902 eingeweiht werden. Radio Bremen hat in den letzten ]ahren viele Gottesdienste aus Brunsbrock übertragen. Mitwirkende waren dann meistens der Posaunenchor und der Kirchenchor. Besonders vom Posaunenchor hat Radio Bremen viele Tonbandaufnahmen gemacht. Vor wenigen Jahren begann der Rundfunksender sein Tagesprogramm oft mit einem Choral, den der Posaunenchor gespielt hat. Die „St.-Matthäus-Gemeinde Brunsbrock“ und die Zionsgemeinde Verden sind heute eng miteinander verbunden. Die Gemeindeglieder von Brunsbrock kommen aus vielen Orten unseres Kreises, aber auch aus dem Nachbarkreis Rotenburg.
Quelle: Günter Lühning und Hermann Meisloh – Kirchlinteln mit seinen 17 Ortsteilen (1983)