Gasthaus Drommelbeck

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An einer Scheune auf dem „Hof Dreyers“ (Heemsoth) hing früher ein Schild: „Drommelbeck- Gemeinde Hohenaverbergen“. Der nach dem Bach (Beck) benannte Ortsteil entstand 1770 als hier die ersten Anbauern siedelten. Auf einem 1/2 Morgen großen Stück Land siedelte 1767 der‘ erste Neubauer Albert Ahnemann. Mehrere Jahre hatte er am Siebenjährigen Krieg teilgenommen, bevor er in Hohenaverbergen als Kuhhirte für die Gemeindeherde angestellt wurde. 1770 verlegte er sein Haus auf Anraten des Posthalters zu Kirchboitzen vor den Drommelbeck und eröffnete hier einen Krug. Ahnemann verwaltete auch eine Wege-Geldeinnahmestelle, so daß sich hier jahrelang ein Schlagbaum befand. Heute wohnt hier die Familie Beinhorn. Der zweite Neubauer war 1781 Chr. Hinr. Rosebrock, der auf der Hofstelle Nr. 31 „Heidlohs“ spätestens 1793 die Krugkonzession erhielt. Der gute „Geist“ im Gasthof „Zum Drommelbeck“, der 1983 sein 200jähriges Bestehen feierte, ist Erna Rosebrock; weithin als „Tante Erna“ bekannt. Schon zur Kinderzeit von „Tante Erna“ befand sich bei Rosebrocks ein Telefon und die heute 75jährige mußte als kleines Mädchen die Einwohner aus dem Dorf ans Telefon holen. Seit Gründung der Kleinbahn im Jahre 1911 verkauften Rosebrocks auch Fahrkarten und 1931 kam eine richtige Landpoststelle ins Haus, bis der gute alte Postkasten 1972 abmontiert wurde und seitdem ein „moderner“ fahrbarer Postschalter ins Dorf kommt. Während der Ortskern von der Landwirtschaft beherrscht wird, befinden sich im ehemaligen Ortsteil Drommelbeck Handwerk, Handel und Gewerbe. 1929 gründeten Intemanns ein Kolonialwarengeschäft, bauten es zum modernen Lebensmittel- und Gemischtwarengeschäft aus und eröffneten 1982 „Intemanns Dielengrill“. Gleich gegenüber liegt der Kfz-Handel mit Werkstatt und Tankstelle von Walter Busch. Daneben die 1942 teilweise von Bremen nach Hohenaverbergen verlegte Wäschereimaschinenfabrik Engelhardt Förster, die im Oktober 1983 „Vergleich zur Abwendung des Konkurses“ anmelden musste. In den 30iger Jahren wurde das Gebäude als Molkerei und später als Schweinemästerei genutzt, bevor die Wäschereimaschinenfabrik im II. Weltkrieg Flugzeugteile herstellte. Nicht unerwähnt sollen die Fa. SEBA-Gerätebau, die Handwerksbetriebe Blind (Maler) und Both (Heizungsbau) sowie der Kfz-Handel Meyer bleiben. Durch die Besiedlung der letzten Iahrzehnte ist Drommelbeck mit dem Ortskern zu einem Dorf zusammengewachsen.
Quelle: Günter Lühning und Hermann Meisloh – Kirchlinteln mit seinen 17 Ortsteilen (1983)