Kreepen

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Ein Sprichwort, das von Generation zu Generation in diesem Ort überliefert worden ist, heißt: „Kreepen und Brammer is nix as Kummer und Jammer“. Wie überall in unserer Gegend muss auch hier die Besiedlung sehr schwer und entbehrungsreich gewesen sein. Kreepen – Cregenhope – wird um 1320 und Brammer – Bromer – um 1437 zum ersten mal urkundlich erwähnt. Woher kommt denn der Name Kreeen? Hierzu zwei kleine Geschichten: Die ersten Siedler sind in den Busch „krapen“, abgewandelt in „Kreepen“. Die zweite Erzählung ist schöner: Ein Pferdefuhrmann, der von Odeweg kommend in Sehlingen nicht das passende Pferdegeschirr bekam, tat folgenden Ausspruch: „Un wenn ik in’t nächste Dörp kreepen mutt, de Sehlen (Geschirr) schalle her“. Die ersten Ansiedlungen, in Kreepen vier und in Brammer zwei, sollen zwischen 600 – 700 Morgen groß gewesen sein. Noch heute haben diese Höfe eine Große von 350 – 450 Morgen. Die meisten Höfe liegen eingebettet in schöne alte Eichenbestände. Für Kreepen und Brammer gilt das Dichterwort wohl auch heute noch: „So lange noch die Eichen wachsen, in alter Kraft um Hof und Haus; so lange stirbt in Niedersachsen, die alte Stammesart nicht aus“. Holz spielt heute eine große Rolle. In den Wäldern sind noch heute Damwild und Schwarzwild zuhause. Die beiden Höfe in Brammer Haus-Nr. 1 und Haus Nr. 2 haben die Größe einer Eigenjagd.

Über die Moorleiche von Brammer ist viel geschrieben worden. Deshalb hier nur ganz kurz mit den Worten der Schulchronik: „Am 9. ]uni 1903 fand der Anbauer Friedrich Luttmann im Brammermoor südlich von Brammer beim Torfgraben eine männliche Leiche. Wahrscheinlich wird dieselbe schon Jahrhunderte darin gelegen haben, wohl von der Zeit, wo Ehebrecher und Feiglinge lebendig in Sümpfe versenkt wurden. Luttmann hat die Leiche nach Berlin ins Museum gesandt und 50 Mark dafür erhalten“.

Bei den Kampfhandlungen im April 1945 wurden Haus und Scheune von Heins (Gaudig), das Haus von Norden (Kruse) und die Scheune von Blanke (Rosebrock) ein Raub der Flammen. 

Schon 1913 machte die Gemeinde Bekanntschaft mit der Elektrizität. Eine Überlandleitung wurde gebaut. Einige Bewohner waren sehr skeptisch, und mussten erst durch viele Überredungskünste von der Annehmlichkeit des Stromes überzeugt werden. Kreepen und Brammer haben eine schöne Umgebung. Genannt werden muss hier der Brammer See. Ein Teil wurde ausgebaggert. Im restlichen Teil wachsen noch „Lampenputzer“. Besonders reizvoll im Spätsommer, wenn sie ihre dunklen Kolben zeigen. In dieser herrlichen Umgebung wurde früher das Erntefest gefeiert. Vor dem Zusammenschluss der 17 Gemeinden zur Großgemeinde Kirchlinteln hatte Kreepen-Brammer dank sparsamer Ausgabenpolitik ein finanzielles Polster angesammelt. Davon ließ die Gemeinde eine schöne Friedhofskapelle bauen und auch in den Wegebau konnten noch Mittel investiert werden. Der langjährige, letzte Bürgermeister der Gemeinde hieß Heinrich Bunke. Über 25 Jahre hatte er sich ohne viel Aufsehen als Bürgermeister für seine Gemeinde eingesetzt und wurde dafür mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.
Quelle: Günter Lühning und Hermann Meisloh – Kirchlinteln mit seinen 17 Ortsteilen (1983)