Gohbeck

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Gohbeck wird 1359 als „Hoff tho der Ghobrygghe“ erwähnt. Es war früher einstelliger Hof und war das älteste Anwesen der Gemeinde Kükenmoor. Früher war Gohbeck von Wäldern und Sumpf umgeben. Es wird erzählt, dass die Soldaten Napoleons den Hof nicht entdeckt haben. Daher war das Gehöft ein gutes Versteck für die Bürger Kükenmoors. Bis 1945 war Köster-Gohbeck ein viel besuchtes Ausflugsziel. Gäste quartierten sich hier gerne für ein paar Wochen ein. Bei den Kampfhandlungen 1945 ist der Hof bis auf das alte Häuslingshaus abgebrannt. Auch die umliegenden Wälder sind durch Brände zerstört worden. In der Scheune befanden sich große Mengen Speck und Schinken, die die Schlachterei Hesse aus Kohlenförde dort eingelagert hatte. Bei dem Brand 1945 ist in Gohbeck wirklich Speck und Schinken durch die Luft geflogen. Die ebenfalls eingelagerten Dosen explodierten unter lautem, andauernden Knallen. Vielleicht hat das die Kriegswut der Engländer noch gesteigert. Der eigentliche Grund für die schweren Kämpfe um Gohbeck dürfte aber wohl der Einsatz ganz junger deutscher Soldaten gewesen sein. Diese Marinesoldaten waren von der Ausbildung hier zum Einsatz gekommen. Vielleicht hatte vorher keiner der jungen Leute je einen Schuss abgegeben. Als englische Panzer, von Kükenmoor kommend, im Moor steckenblieben, haben die deutschen Soldaten diese Panzer angegriffen. Daraufhin schossen die Engländer die ganze Gegend in Brand. Die Bilanz war schrecklich. Bei den Kämpfen um Gohbeck fielen zehn junge deutsche Soldaten. Herbert Müller aus Kükenmoor erinnert sich: „Abends saßen die deutschen Soldaten bei uns noch Bratkartoffeln und Milchsuppe und wenig später suchten wir ihre Leichen zusammen“. Bestattet wurden die Gefallenen zunächst südöstlich von Gohbeck und bei dem Anwesen Marquardt in Gohbeck.
Quelle: www.kirchlinteln.de
Quelle: Günter Lühning und Hermann Meisloh – Kirchlinteln mit seinen 17 Ortsteilen (1983)