Luttum

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Die erste urkundliche Erwähnung Luttums findet sich in „einer Lehensrolle der Grafen von Schwerin“. Damals hieß das Dorf noch „Lutten“. 1336 kaufte der Vikar Conrad von Ingenbach von dem Knappen Conrad Clüver einen Meierhof in Luttum. Aus dem Jahre 1525 ist bekannt, dass die Familie Luttmann „der Domgeistlichkeit zinspflichtig“ ist. Im 17. Jahrhundert waren alle Bauern der Gutsherrschaft der Geistlichkeit des Doms unterworfen. Aus den 24 Feuerstellen mit 205 Einwohnern im Jahre 1821 sind bis Juli 1983 873 Einwohner geworden, damit ist Luttum heute nach Kirchlinteln die größte Ortschaft in der Gemeinde Kirchlinteln. Aus der einst landwirtschaftlich ausgerichteten 913 Hektar großen und nördlich der Aller auf einer Dünensand-Höhe gelegenen Gemeinde ist in den zurückliegenden Jahrzehnten eine Ortschaft geworden, in der zunehmend moderne Einfamilienhäuser und Bungalows das Ortsbild kennzeichnen.

Eine am 1. Dezember 1900 im ganzen Deutschen Kaiserreich durchgeführte Hauptvieh-, Obst- und Volkszählung hatte in Luttum folgendes Ergebnis: 34 Pferde, 209 Rinder, 22 Schafe, 409 Schweine, 27 Ziegen, 1029 Stück Federvieh, 20 Bienenzäune, 2719 Obstbäume und 303 Einwohner. Von den damals 60 Hofstellen hielten 59 Vieh. Im Frühjahr 1904 erhielt Luttum das erste Telefon, das im Hause des Neubauers Hermann Storch (heute: Bäckerei Meyer) installiert wurde. Die Gemeinde zahlte damals 120 Mark Zuschuss. Für die „Heranholung eines Anrufers“ aus dem Dorf musste der Telefonbenutzer dem Neubauern Storch eine Vergütung von zwei Groschen zahlen.
Quelle: Günter Lühning und Hermann Meisloh – Kirchlinteln mit seinen 17 Ortsteilen (1983)