Neddenaverbergen

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Ein mächtiger Findling auf dem neugestalteten Dorfplatz in der Ortsmitte von Neddenaverbergen nennt das Alter dieses Dorfes: „1231 Niderenoverbergen, 1981 Neddenaverbergen“ ist auf dem zum 750jährigen Dorfjubiläum aufgestellten Findling zu lesen. Frühgeschichtliche Funde deuten jedoch darauf hin, daß der Raum Neddenaverbergen bereits vor vielen tausend Jahren besiedelt war. In der Gemarkung nördlich und östlich des Dorfkernes sind heute über 50 Hügelgräber anzutreffen. Diese Grabstätten beweisen, daß die Gegend um Neddenaverbergen schon in urgeschichtlicher Zeit ein bevorzugtes Siedlungsgebiet gewesen ist. Nicht unerwähnt sollen die rund 90 Urnen bleiben, die Lehrer Holste am „Rooksberg“ fand. Um 1600 sind in Neddenaverbergen 17 Halbmeier, 1 Zweidrittelmeier, 7 Brinkkötner, 3 Großkötner, 3 Neubauern und 2 Anbauern ansässig, die 124 Pferde, 330 Rinder, 102 Schweine, 550 Schafe und 107 Bienenvölker hielten. Der Dorfname wechselte von „Niderenoverbergen“ über „Nedderen-Overbergen“ bis zur heutigen und seit rund zweihundert Jahren gültigen Schreibweise „Neddenaverbergen“.

Nur bis zum heutigen Schulhof reichte ursprünglich das Dorf, das von einem Weidezaun umgeben wurde. Dahinter standen Feldscheunen. Die Umzäunung des Dorfes war erforderlich, um das außerhalb des Dorfes weidende Vieh von den Höfen fernzuhalten. Durch sechs Tore war damals die Einfahrt in das Dorf möglich. Diese Einfahrten befanden sich an der Nordseite „Meßdor“, am ehemaligen Lehringer Wege „Pütjers Dor“, an der Südseite „Michaelis Dor“, am westlichen Dorfrand „Joost Dor“, an der heutigen Straße nach Armsen hieß die Einfahrt „Snidjers Dor“ und am sogenannten „Korten Gang“ wurde das Tor „Slachters Dor“ genannt. Außerhalb der Dorfumzäunung befanden sich nur wenige Hofstellen. Die eigentliche Besiedelung um den alten Dorfkern und im wesentlichen in Richtung Lehringen setzte erst um 1800 ein, als sich auch in Neddenaverbergen Anbauern ansiedelten.
Quelle: Günter Lühning und Hermann Meisloh – Kirchlinteln mit seinen 17 Ortsteilen (1983)