Otersen

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Bereits 1148 wird Otersen als „Otfrethessen“ erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahre 1572 brach die Aller und suchte sich ein neues Flußbett. Möglicherweise haben sich damals die heutigen sieben Oterser Seen aus dem alten Allerarm entwickelt. Otersen war früher ein großes Bauerndorf. Nach dem Viehschatzregister von 1600 mussten die Oterser für 203 Pferde, 449 Rinder, 272 Schweine und 388 Schafe und 60 Bienenvölker insgesamt 103 Thaler und 22 Schilling als Viehschatz bezahlen. Am 22. Oktober 1706 wurden 19 Gebäude, darunter fünf Wohnhäuser, ein Raub der Flammen. 19 Jahre später, am 17. April 1725, brannten bei einer erneuten Brandkatastrophe 17 Höfe, die Schule und das Kuhhirtenhaus ab. Die meisten der in den folgenden Jahren erbauten Fachwerkhäuser prägen heute das Dorfbild in Otersen. Die Deckstelle im heutigen Gasthaus Rohde, die alljährlich mit Hengsten des Celler Landgestüts besetzt wird, wurde bereits 1797 urkundlich erwähnt.

Vom 10. bis 13. April 1945, nur vier Wochen vor Kriegsende, fanden in Otersen schwere Kämpfe um den Allerbrückenkopf Westen-Otersen statt. Am 12. April gelang den Briten die Allerüberquerung alleraufwärts zwischen Westen und Otersen. Von diesem Brückenkopf aus erfolgte die Besetzung des Raumes Verden-Walsrode-Soltau-Rotenburg. 28 deutsche und ein ungarischer Soldat sind in Otersen gefallen. Ums Leben kam auch eine 20jährige Einwohnerin. Zu beklagen waren in Otersen mehrere verletzte Zivilpersonen, das Fährhaus Hoffmann an der Aller, die Hofstellen Voige (Nr. 18), Hogrefe/Lühmann (Nr. 69) und die Anwesen in Ludwigslust Bode (Nr. 58), Truffel (Nr. 70) und Ehlers (Nr. 5) wurden zerstört.
Quelle: Günter Lühning und Hermann Meisloh – Kirchlinteln mit seinen 17 Ortsteilen (1983)



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