Groß-Sehlingen

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1370 wurde Klein-Sehlingen als „Lütken Tzelen“ und 1437 Groß-Sehlingen als „Zellen“ erstmals urkundlich erwähnt. Eine kleine Geschichte zu den Ortsnamen: Ein Fuhrmann hatte sich festgefahren. Beim Anrucken der Pferde riss das Geschirr (Sehlen). Der Fuhrmann musste ins Dorf und sich einen „Sehlen“ leihen. Aber das Geschirr war zu groß. Er ging zum nächsten Ort. Doch hier war der Sehlen zu klein. Aus dieser Begebenheit sollen die Namen Groß- und Klein-Sehlingen entstanden sein. Die meisten Sehlinger leben von der Landwirtschaft. Neben den Handwerksbetrieben gibt es in Groß-Sehlingen noch eine Gastwirtschaft.

Sehlingen musste im Krieg sehr stark unter Bombenangriffen leiden. Die ersten Bomben in Klein-Sehlingen fielen bereits am 22. Juli 1940 25 m vom Haus Nr. 7 (damals E. Meyer) entfernt, ohne großen Schaden angerichtet zu haben. Neben abgeworfenen Brandplättchen im Oktober des gleichen Jahres gingen am 25./26. Juni 1942 neben Sprengbomben im Dorf und in der Feldmark etwa 100 bis 200 Stabbrandbomben und Phosphor-Kautschuk-Brandplättchen nieder. Die Alliierten hatten Bremen angegriffen, wendeten über der Gegend um Sehlingen; und warfen hier die Reste der Bombenlast ab. Bei dem Angriff sauste eine Stabbombe durch das Dach von Gastwirt Ehlermann (jetzt Schultz), durch den Strohhaufen, die Bodenbretter auf die Diele. Von den Bewohnern konnte sie schnell mit Sand abgedeckt Werden, ohne weiteren Schaden angerichtet zu haben. Die schlimmste Bombennacht erlebte Sehlingen am 9. November 1942, als alliierte Flugzeuge wieder um Sehlingen wendeten und ihre Bomben abwarfen. Im April 1945 gab es in und um Sehlingen schwere Kämpfe.

In der Mitte des vorigen Jahrhunderts wurde zwischen Groß- und Klein-Sehlingen die Schule erbaut. Nach Brand, Wiederaufbau, Zerbombung, Aufbau und Ausbau wurde das Gebäude 1968 für 65000 Mark verkauft. Die Schüler aus Sehlingen besuchten ab 1965 die Schule in Bendingbostel. Der letzte Lehrer in Sehlingen war seit 1939 Wilhelm Pralle. Bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1970 unterrichtete er als Konrektor in Bendingbostel.
Quelle: Günter Lühning und Hermann Meisloh – Kirchlinteln mit seinen 17 Ortsteilen (1983)