Stemmen

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1848 zählte Stemmen 20 Wohngebäude mit 123 Einwohnern, inzwischen ist die Einwohnerzahl auf 95 zurückgegangen. Um 1300 wird das heutige Dorf als „Stempne“ erwähnt und seit 1540 hat sich der Ortsname Stemmen erhalten, während der Hof Grafel schon um 1370 als Grafle bekannt war. Das Dorf vergrößerte sich von 8 Stellen um 1540 auf 17 Feuerstellen mit 100 Einwohnern im Jahre 1821. Zu dem 441 Hektar großen Dorf gehört der Hof Grafel und der Ortsteil Waterloo. 1833 lebten in Stemmen 7 Halbmeier, 1 Kötner, 2 Anbauern und weitere 4 Anbauern auf Neddenaverbergener Gerechtigkeit. Größter Arbeitgeber am Ort war seit Jahrhunderten die Mühle der Lindemanns als älteste Mühle im Landkreis. Seit 1663 gab es in Stemmen eine Schule. Bekannt ist Stemmen durch vier Lehrergenerationen der Familie Braband von 1737 bis 1884. Sie erbaute 1752 eine eigene Erbschule, die bis 1856 bestand. 1855 erhielt Stemmen ein neues Schulgebäude. Am 1. April 1936 wurden Stemmen und Wittlohe zu einem Gesamtschulverband zusammengelegt. Seither wird die Geschichte dieser beiden Dörfer auch in der gemeinsamen Schulchronik dokumentiert. Zwischen den Dörfern sollte eine neue Schule entstehen, deren Bau am 4. September 1936 von der Regierung in Stade genehmigt wurde. Für 35 300 Reichsmark wurde das neue Gebäude bis zum 31. März 1937 durch 12 Handwerksbetriebe aus Neddenaverbergen, Rethem, Otersen, Verden, Eitze und Westen fertiggestellt. Mit dem Schulbeginn nach Neujahr 1937 wurde die neue Schule in Betrieb genommen. Von den Wirren des zweiten Weltkriegs blieb auch Stemmen nicht verschont. Neun Einwohner Stemmens und kehrten nie wieder in ihre Heimat zurück. Ähnlich wie in den Nachbarorten gab es auch in Stemmen vom 12. bis 14. April 1945 die schwersten Schäden zu beklagen.
Quelle: Günter Lühning und Hermann Meisloh – Kirchlinteln mit seinen 17 Ortsteilen (1983)