Wittlohe

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Seinen Namen verdankt Wittlohe nach mündlichen Überlieferungen dem weiß (Witt) blühenden Wollgras in den umliegenden Wäldern (Loh). Wollgras hat sich bis heute unweit der Ortschaft Wittlohe in den „Kleinen und Großen Moorteilen“ erhalten. Der Dorfname entwickelte sich von Wittenloge (1231), Wittelo (1320), Wyttlo (1540) über Witteloh (1547), Wittelohe (1600) und Witlohe (1770) zur heutigen Schreibweise. Wittlohe zählte um 1540 acht Feuerstellen und 1848 19 Wohngebäude mit 141 Einwohnern. Am 11. Mai 1742 brannten in nur zwei Stunden acht Hofstellen mit ihren strohgedeckten Gebäuden nieder. Von der durch fahrlässige Brandstifter verursachten Feuersbrunst blieben nur die damals 500jährige Kirche, das Pfarrwitwenhaus, die kleine Schmiede von Rüpke (Nr. 9) und die Gebäude auf der Hofstelle Clasen (Nr. 2) sowie einige geringwertige Nebengebäude verschont.

Große Bedeutung erlangte Wittlohe 1231 als Kirchdorf, die Kirche war mit Feldsteinen im romanischen Stil erbaut worden. Ursprünglich war Wittlohe ein Lehen der Bremer Kirche und erst 1233 haben die Bremer den Übergang zum Verdener Domkapitel anerkannt. 1872 wurde die Hofstelle Nr. 3 „Panners“ (Tietje) an den Ortsrand in Richtung Stemmen verlegt. Das ehemalige Fachwerkhaus von „Panners“ steht heute am Schützenweg auf der Hofstelle Wennhold. Wo früher „Panners“ ihren Halbmeierhof bewirtschafteten, steht heute die 1894 neuerbaute St.-Jakobi-Kirche mit ihrem 48 Meter hohen, schlanken Turm. Bis 1908 standen in Wittlohe die alte Kirche aus dem 12. Jahrhundert und die neuerbaute unmittelbar nebeneinander. Im Mittelschiff, den beiden Seitenschiffen, den seitlichen Emporen sowie der Orgel-Empore und im Altar-Raum finden rund 560 Personen Platz, so dass die Wittloher Kirche eine der größten im weiten Umkreis ist. Die neu-gotische Kirche im Backstein-Stil weiß aber auch sonst zu gefallen. Der Altar mit seinen Ölgemälden, die mit den vier Evangelisten verzierte Kanzel, das goldene Abendmahlsgerät aus dem Jahre 1676, die 1894 erbaute Orgel mit seinen fünflıundert Pfeifen aus Zinn, die große Glocke aus dem Jahre 1730 und drei weitere Glocken aus dem Jahre 1954, aus Bronze gegossen, und nicht zuletzt das von den Anbauern aus Stemmen, Wittlohe und Otersen um 1858 gestiftete bunte Altarfenster unterstreichen die Schönheit der Wittloher Kirche.

Von den Wirren des zweiten Weltkriegs blieb auch Wittlohe nicht verschont. Elf Männer aus Wittlohe kehrten nie wie der in ihre Heimat zurück. Ähnlich wie in den Nachbarorten gab es auch in Wittlohe vom 12. bis 14. April 1945 die schwersten Schäden zu beklagen. An den 30 Häusern in Wittlohe wurden in diesen drei Tagen 58 Treffer registriert. Das Haus Nr. 7 (Holste) brannte total ab, während ein Brand im Hause 22 (Lüning) noch gelöscht werden konnte. 24 Rinder, Pferde, Schweine und Schafe, davon elf bei Rode Nr. 5, kamen dabei ums Leben.
Quelle: Günter Lühning und Hermann Meisloh – Kirchlinteln mit seinen 17 Ortsteilen (1983)