Weitzmühlen

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Weitzmühlen wird zum erstmals 1320 urkundlich erwähnt und hat früher aus drei Bauernhöfen bestanden. Der Hof mit der Hausnummer 1 gehört heute Kaemena. Früher war ein „von Bothmer von Stolzenau“ Besitzer dieses Betriebes. Später kaufte ein „Richter“ das Anwesen, bis es Anfang dieses Jahrhunderts von der Familie Kaemena aus Bremen erworben wurde. Der Hof mit der Hausnummer 2 ist „Harms“ Hof, heute Müller. Der Hofname dürfte von einem früheren Besitzer „Harm Hinrich Tomhave“ kommen. Hausnummer 3 ist der Hof Ahlden, früher Burdorf. Die Vorfahren auf diesem Hof hießen „Heemsoth“. Ferner befand sich in Weitzmühlen seit Jahrhunderten eine Wassermühle.

Auf den Höfen wohnten Häuslingsfamilien. Zu diesen Betrieben kamen bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts noch sechs Anbauerstellen. Diese Bewohner kauften sich Land – ein Morgen kostete damals etwa 15 hannoversche Thaler – und pachteten weiteres Land hinzu. Verkauft wurden die Produkte, besonders Butter und Eier, in Verden. Zu Fuß mussten die Erzeugnisse in die Stadt getragen werden. Anschließend wurde gleich eingekauft und zurück gings ins Dorf. Wilhelm Müller erinnert sich noch daran. Auch weiß er von seinem Vater, dass die Schafhalter aus Kirchlinteln mit ihren Tieren zum Waschen an den Gohbach kamen, bevor sie geschoren wurden. Der letzte Schafhalter war Heitmann aus Kirchlinteln Nr. 6. Vorfahren auf dem Hof Göbbert war eine Familie Müller.

1939 war der Ort Weitzmühlen auf 23 Häuser mit ca. 130 Einwohnern angewachsen. Aus den beiden letzten Kriegen sind 26 Bürger nicht zurückgekehrt. Acht waren im I. Weltkrieg gefallen und 18 im II. Weltkrieg. Bei den Kampfhandlungen im April 1945 ist Weitzmühlen weitgehend verschont geblieben. 1947 war die Einwohnerzahl auf mehr als das Doppelte angewachsen, auf etwa 320. 1951 wurde in Weitzmühlen mit dem Siedlungsbau begonnen. Es waren hauptsächlich Nebenerwerbssiedlungen, die vor dem Ort, links der alten Straße von Kirchlinteln nach Weitzmühlen, gebaut wurden. Die Bauwilligen mussten vier Morgen Pachtland nachweisen, um dann ein günstiges Darlehn zu bekommen. Die Autobahn durchschneidet die alte Gemeinde Weitzmühlen. Zunächst sollte die Trasse zwischen dem Ort Weitzmühlen und der Siedlung verlaufen. Nach dem massiven Einspruch vieler Stellen wurde die Autobahn nordöstlich an der Siedlung vorbeigeführt. Ein großer Teil der Flächen zwischen der Autobahn und dem Ort Kirchlinteln wurde Mitte der dreißiger Jahre vom Staat erworben. Heute hat Weitzmühlen mit Specken und Ramelsen etwa 320 Einwohner.

Die Mühle kommt schon im Ortsnamen vor. Sie war früher eine Wassermühle mit zwei Wasserrädern. Im Jahre 1914 hat die Familie Bohlmann die Mühle von den Geschwistern Müller gekauft. Ein Spruch an der Mühle in Weitzmühlen lautet: „So gebauet, als ewig gelebet, und so gelebet als morgen gestorben“. Auch Bohlmann hat zuerst nur für die Bauern geschrotet. Doch schon bald nahm er auch einen Getreidehandel mit auf, der immer weiter ausgebaut wurde. Heute gehört die Firma HEIBO zu den größten Betrieben unserer Gemeinde. Im Jahre 1935 musste das Wasserrad einer Turbine weichen. Die letzte Romantik ging im Jahre 1958 verloren, als die Schotten aufgezogen wurden und der Mühlenteich leer lief. Der Gohbach wurde reguliert und der Mühlenteich eingeebnet.
Quelle: Günter Lühning und Hermann Meisloh – Kirchlinteln mit seinen 17 Ortsteilen (1983)